20. September 2018

Kokosöl Eigenschaften und Anwendung

Kokosöl oder Kokosnussöl ist ein weißes bis weißliches Pflanzenfett, das aus dem Nährgewebe der Kokosnuss gepresst wird. Wegen seiner festen, eher wachsartigen Konsistenz bei Temperaturen unter 23° wird das Öl hierzulande auch häufig als Kokosfett bezeichnet. Zu den wichtigsten Herstellungsländern des Öls zählen die Philippinen, Sri Lanka und Indien. Je nachdem, welche Bearbeitungsprozesse Kokosöl während und nach seiner Pressung durchläuft, unterscheidet man natives Kokosöl und raffiniertes Kokosöl. Gegenüber anderen Ölen zeichnet sich Kokosöl vor allem durch seinen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren aus. Den größten Anteil nimmt dabei die sogenannte Laurinsäure ein, die das Kokosöl besonders in der Kosmetik zu einem der gefragtesten Inhaltsstoffe macht.

Natives Kokosöl vs. raffiniertes Kokosöl

Je nachdem, welche Bearbeitungsprozesse Kokosöl nach seiner Pressung durchläuft, unterscheidet man natives Kokosöl und raffiniertes Kokosöl. Natives Kokosöl wird durch besonders schonende mechanische Verfahren gewonnen. Das Attribut „nativ“ bedeutet, dass Kokosöl das Öl weder entsäuert, gebleicht noch deodoriert sein darf. Im Gegensatz zu raffiniertem Kokosöl behält natives also sowohl seinen Duft als auch seine originale, leicht ins Gelbliche gehende Farbe. Beim raffinierten Kokosöl sieht das anders aus. Hier wird das Fleisch der Kokosnuss geschreddert und anschließend getrocknet. Aus dem getrockneten Kokosnussfleisch wird dann das Öl gepresst. Daraufhin wird das Öl raffiniert, gebleicht und deodoriert, damit es seine typischen Farben, Gerüche und Aromen verliert.

Laurinsäure

Die Laurinsäure ist einer der Hauptfaktoren, welche Kokosöl in den Bereichen Kosmetik, Körperpflege und Heilpraxis beliebt macht. Die mittelkettige gesättigte Fettsäure macht je nach Qualität der verwendeten Kokosnüsse zwischen 40% und 55% der biochemischen Zusammensetzung des Öls aus. Kaltgepresstes natives Kokosöl aus biologischem Anbau weist dabei wegen seiner hohen Qualität zumeist auch den höchsten Anteil an natürlicher Laurinsäure auf. Laurinsäure wirkt antibakteriell, beugt Entzündungen vor und kann sogar gegen Hefepilze wirken. Wegen dieser positiven Eigenschaften wird es häufig zur Pflege und Regeneration von Haut, Haar und Kopfhaut verwendet. Darüber hinaus ist es auch die Laurinsäure, die Kokosöl zu einem wirksamen Zeckenschutz macht – sowohl für Menschen als auch für Hunde und Katzen.

Kokosöl für die Zähne

Neben der externen Anwendung auf Haut und Haar ist Kokosöl für die Mundhygiene auch sehr geeignet. Zur Wirkung von Kokosöl auf Zähne und Zahnfleisch gibt es mittlerweile zwei Studien. Das Athlone Institute in Irland entdeckte 2012 einen direkten Zusammenhang zwischen Kokosöl in der Mundpflege und dem Rückgang kariesauslösender Bakterien. Die Studie konnte zeigen, dass Kokosöl unter anderem sowohl gegen einen Hefepilz als auch gegen das Bakterium Streptococcus mutans wirkt – zwei an der Entstehung von Karies maßgeblich beteiligte Erreger. 2016 wurde in Indien eine zweite Studie zur mundpflegenden Wirkung von Kokosöl veröffentlicht. Besonders spannend: das Wissenschaftlerteam konnte an einer Gruppe von Schulkindern nachweisen, dass natives Kokosöl ähnlich starke antibakterielle Eigenschaften aufweist wie das in der Zahnmedizin populäre Chlorhexidin, also eines der beliebtesten Antiseptika innerhalb der Zahnmedizin.