22. Dezember 2018

Warum umweltfreundliche Verpackungen die Zukunft sind

Umweltfreundliche Verpackungen gehören definitiv zu den Topthemen der letzten Jahre. Der Anteil derjenigen, die beim Einkauf bewusst auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung achten, ist Umfragen zufolge deutlich gestiegen. Insbesondere im Lebensmittelbereich, aber auch in verschiedenen anderen Sektoren wie etwa in der Kosmetik wird die Forderung nach nachhaltigen Verpackungsmaterialien daher immer vehementer. Auch uns hat die Suche nach einer umweltfreundlichen Verpackung von Anfang an begleitet.

Eine nachhaltige Verpackung muss her

Verbraucher, Produzenten, Drogerien, Supermärkte – die meisten sind sich einig: es wird Zeit für die nachhaltige Verpackung. Und das ist auch gut so, denn jeder Deutsche produziert im Jahr 37 kg Plastikmüll aus Verpackungen allein. Das aktive Nachdenken über die Reduktion von Plastik oder sogar der vollständige Verzicht darauf gehört für immer mehr Menschen zum Alltag. Tatsächlich gibt es aber allein wegen der Vielfalt unserer Konsumlandschaft nicht die eine nachhaltige Art, ein Produkt zu verpacken. Es gibt viele unterschiedliche Ansätze, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Ein gutes Beispiel für den radikalen Verzicht auf jedwede Form von Kunststoff sind etwa die sogenannten „Unverpackt-Läden“. Hier werden Nahrungsmittel, Kosmetika und viele andere Produkte zur Selbstabfüllung angeboten. Wer gerne völlig plastikfrei leben möchte und kein Problem damit hat, dafür auch mal den ein oder anderen Umweg in Kauf zu nehmen, ist hiermit sehr gut beraten.

Obwohl mittlerweile viele – uns eingeschlossen – zwar sehr gerne hin und wieder den hiesigen Unverpackt-Laden durchstöbern, ist das Konzept für sie nur sehr schwer in das tägliche Einkaufsverhalten zu integrieren. Der nächste Unverpackt-Laden ist in der Regel nicht direkt um die Ecke und zur Aufbewahrung dienen oft Gefäße aus Glas. Die sind zwar schick und können auch super wiederverwendet werden, sind allerdings auch ziemlich schwer – vor allem, wenn man wirklich seinen gesamten Bedarf an Lebensmitteln und Co decken möchte. Gerade bei Kosmetikartikeln besteht außerdem die Problematik, dass weder Gläser noch unverpackte Seifen und Cremes besonders gut für längere Transportwege geeignet sind. Wer also gerne flexibel ist und/oder oft auf Reisen geht, muss entweder zu Hause umfüllen oder eben auf andere Lösungen zurückgreifen.

Spannend sind auch die Versuche vieler Verpackungsproduzenten, welche versuchen, die positiven Eigenschaften von Plastik mit alternativen Rohstoffe zu reproduzieren. Plastik ist schließlich nicht umsonst zum beliebtesten Verpackungsmaterial geworden. Das leichte Gewicht, die gute Abdichtung und der zuverlässige Schutz des Inhalts macht es auf rein funktionaler Ebene nur schwer ersetzbar. Insbesondere Produzenten im Lebensmittelbereich warten oft mit interessanten neuen Lösungen auf. So sorgen etwa Flaschen aus Algen oder Folien aus Milchproteinen für Furore. Diese innovativen wie ausgefallenen Lösungen sind jedoch oftmals noch spezifisch für bestimmte Produktkategorien konzipiert, weshalb sie leider nicht ohne weiteres in anderen Kontexten verwendet werden können.

Die Challenge: eine umweltfreundliche Verpackung für Kosmetik

Gut, vollständiger Kunststoff-Verzicht ist nicht besonders alltagstauglich und Ersatzmaterialien gibt es derzeit fast nur im Lebensmittelbereich. Wie sieht denn dann eine umweltfreundliche Verpackung für Kosmetik aus?
Die Frage haben wir uns auch gestellt. Als Startup, das Zahncreme verkauft, standen wir aber zusätzlich noch vor ganz anderen Schwierigkeiten. Wir brauchten eine Verpackung, die nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch

  • gut abdichtet,
  • reißfest ist und transportsicher ist,
  • auch nach Öffnung keine Bakterien rein lässt,
  • gut aussieht und sich gut anfühlt
  • und nicht zuletzt auch eine gute Entleerbarkeit garantiert! Immerhin gibt es nichts Nervigeres als Kosmetika, bei denen ein Teil des Inhalts mit der Verpackung im Müll landet, weil man ihn einfach nicht mehr herausbekommt…

Somit war schnell klar, dass wir zumindest in einer Hinsicht im Umkreis traditioneller Zahnpasten bleiben würden: wir brauchten eine Tube. Da Kosmetik (Zahncreme) von den meisten Menschen als relativ banales Produkt angesehen wird, gibt es im Bereich der Körperpflege bisher deutlich weniger innovative Verpackungslösungen als etwa im Nahrungsmittelbereich. Auch zertifizierte Naturkosmetik-Anbieter, die sich eigentlich durch ihre klare Positionierung zu bewusstem Konsum auszeichnen, verkaufen ihre Produkte in Ermangelung von Alternativen oft noch in herkömmlichen Plastik-Tuben.

Unsere Lösung und warum sie funktioniert

Nach längerer Recherche haben wir schließlich die perfekte Lösung gefunden: die Kreide-Tube. Dabei handelt es sich um eine innovative Verpackung, welche 2016 mit dem Green Packaging Star Award ausgezeichnet wurde. Das Besondere? Die einzigartige Zusammensetzung, welche die Nachteile von Kunststoff effektiv beseitigt, die Vorteile jedoch auf umweltfreundliche Weise integriert. So besteht der Körper unserer Tube zu 50% aus Kreide und zu 50% aus hochwertigem Polyethylen.

Auch unter dem Namen „Calciumcarbonat“ bekannt, bildet Kreide einen der am häufigsten vorkommenden natürlichen Rohstoffe überhaupt. So bestehen etwa 4% der Erdkruste aus Calciumcarbonat. Polyethylen hingegen ist ein sehr widerstandsfähiger Kunststoff. Bei seiner Herstellung kann vollständig auf Weichmacher, Wachse und Stabilisatoren verzichtet werden. Auf diese Weise entstehen bei der Verbrennung von Polyethylen, im Gegensatz zu anderen Kunststoff-Arten, keine umweltschädlichen Gase. Das Cacliumcarbonat kann ohnehin vollständig abgebaut werden und kehrt in seiner neuen Form als verbrannte Kreide in den Kreislauf der Natur zurück.

Unsere Kreide-Tube führt auf diese Weise alle Kriterien zusammen, die eine umweltfreundliche Verpackung für uns haben muss. Sie trägt maßgeblich zu der Reduktion von Plastik bei und kann ohne die Entstehung von Schadstoffen verbrannt werden. Darüber hinaus ist sie praktisch und funktional, eben wie eine normale Zahnpasta-Tube. Und gerade dieser hohe praktische Wert untermauert letztlich auch die Nachhaltigkeit unserer Tube: nur wenn ein Produkt auch pragmatischen Erwägungen standhält, kann man es sinnvoll in seinen Alltag integrieren. Nur dann wird es wieder gekauft. Und nur, wenn es wieder und wieder gekauft wird, kann es langfristig seinen Beitrag leisten.