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Fluorid: Gift oder Wunder?


Ist Fluorid reines Gift?

Um den Stoff Fluorid gibt es gerade, wenn es um die Zahnhygiene geht, heiße Debatten. Die einen schwören auf den Stoff. Die anderen verteufeln ihn. Doch wer hat nun Recht? Und brauchen wir Fluorid überhaupt? Wir klären auf.


1. Was ist Fluorid? Und was ist der Unterschied zwischen Fluor und Fluorid?

Um zu verstehen, was Fluorid genau ist und warum es von so vielen verteufelt wird, muss man erst mal auf den Zusammenhang zu Fluor eingehen. Denn das ist wirklich ein gefährlicher Stoff: Fluor ist ein giftiges und stark riechendes Gas. Schon in geringen Mengen wirkt es extrem toxisch. 

Dahingegen ist Fluorid ein Stoff, der natürlich in unserer Umwelt vorkommt. Auch er ist giftig, aber erst ab einer viel höheren Dosis. 

Es existiert zum Beispiel in unserer Luft und unserem Wasser. Durch Trinkwasser, Salze, Milch, Tabletten, Zahncremes und andere Stoffe kommen wir täglich mit Fluorid in Kontakt - ohne es zu merken. Doch das ist nicht weiter schlimm. Denn überall, wo Fluorid als Inhaltsstoff auftaucht, gibt es eine vorgeschriebene Maximalbegrenzung dafür.

Fluorid kommt aber auch bei Rattengift und Pestiziden zum Einsatz. Hier wird seine toxische Wirkung deutlich.

2. Wie wirkt Fluorid eigentlich?

Fluorid wird eine heilende und unterstützende Wirkung im Mundraum, besser gesagt dem Kristallgitter unserer Zähne, nachgesagt. Durch die Aufnahme von Kohlenhydraten, meist in Form von Essen, kommt es nämlich zu einer Ver­stoff­wechse­lung der Bakterien, was letztendlich zur Säurebildung führt. Diese Säure, nicht Bakterien selbst, ist gefährlich für unsere Zähne. Das klingt jetzt alles sehr nach Fachchinesisch, ist aber bildlich gesehen einfach erklärt. 

 Wir alle haben viele verschiedene Bakterienkulturen im Mundraum, die man sich als kleine Völker vorstellen kann. Viele davon sind friedlich, essentiell und für wichtige Prozesse wie zum Beispiel den Stoffwechsel verantwortlich. Unter anderem befinden sich im Mund aber auch die Kariesbakterien, Streptococcus Mutans. Dieses Volk wird erst rebellisch, wenn es wächst und überhandnimmt. Die Kariesbakterien schnappen sich nämlich die Kohlenhydrate, die wir zu uns nehmen, und verwandeln sie in Säure um Energie zu gewinnen und sich so zu vermehren. Je mehr Säure sie bilden, desto mehr wächst das Volk der Kariesbakterien.

Wir wissen also bereits, dass es einen sterilen Mund ohne Bakterien, wie es die ein oder andere Mundspülungswerbung suggeriert, nicht gibt. Entscheidend ist die Bakterienbalance. 

Wenn wir es schaffen, dass alle Bakterienvölker im Mundraum mengentechnisch in einer Balance bleiben, haben unsere Zähne keine Probleme mit ihnen. Unser Körper weiß das und hat uns deshalb mit dem Wunderwasser Speichel ausgestattet. Speichel besteht ähnlich wie Schweiß (mehr dazu in unserem Beitrag zu Aluminium in Deos) fast komplett aus Wasser (95%) - die letzten 5% haben es aber in sich. Hier haben Forscher bereits mehr als 2000 Elemente gezählt. Während weiterhin geforscht wird, welche Stoffe noch im Speichel stecken und warum, ist bereits klar, dass Speichel eine Menge Mineralien enthält. Vor allem Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen und Kupfer sind darin enthalten um unsere Zähne zu schützen. 

Unser Zahnschmelz besteht nämlich zu 98% aus Mineralstoffen. Und obwohl genau das unseren Zahnschmelz so hart macht, beginnt sich dieser bei einer sauren Umgebung (niedriger pH-Wert) aufzulösen. Da kommt die sogenannte „Remineralisierung“ ins Spiel, bei der der Speichel eine entscheidende Rolle spielt. Er versorgt unsere Zähne mit Nährstoffen und Buffersubstanzen, die Säure neutralisieren. 

Ok, und wie kommt Fluorid da ins Spiel?

Fluorid lagert Kalzium und andere Stoffe in den Zahnschmelz ein und bildet damit quasi eine Art Schutzschicht auf dem Zahn. Übrigens ist Fluorid nicht der einzige Stoff, der das kann. Wir benutzen in all unseren Zahncremes Calciumcarbonate, die das auch machen, lediglich in einer etwas abgespeckten Form. Calciumcarbonate dienen bei uns also nicht nur als milde Putzkörper, die den Schmutz von den Zähnen reiben, sondern auch als Zahnschmelzhelfer.


Kleiner Exkurs: Die Wirkung von Kokosöl

Wir wissen nun was Speichel, Fluoride und Calciumcarbonate können. Doch wie steht es mit dem allseits gepriesenen Kokosöl?

Kokosöl hat aufgrund seiner hohen Menge an Laurinsäure (dies ist eine der guten Säuren) antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Vor allem wirkt diese auf Kariesbakterien. Kokosöl kann in der Mundpflege der Vermehrung der Kariesbakterien, wie weiter oben beschrieben, von Anfang an entgegenwirken. Wenn Kokosöl eine gesunden Bakterienbalance schaffen kann, in der alle Bakterienvölker friedlich miteinander leben können, kommt es als gar nicht erst dazu, dass ein saures Milieu entsteht. 

Kokosöl sollte also nicht als Ersatz zu Fluorid gesehen werden, da es ganz anders wirkt. Vielmehr sollte man es als alternativen Lösungsweg zum Erreichen des gleichen Ziels verstehen: Der Erhaltung eines gesunden Mundraumes.



3. Wie schädlich ist Fluorid? Wovon hängt seine Schädlichkeit ab?

Die Toxikologie ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Hierzu gehören die Art des Fluorids, wie leicht es sich in Reaktion mit anderen Stoffen löst, wie schnell es einwirkt, welchen pH-Wert das Fluorid hat und dem Säure-Basen-Haushalt. 

Eine normale Zahnpasta enthält 1000 bis 1500 ppm (parts per million) Fluorid. Das entspricht 1 bis 1,5 Milligramm Fluorid pro Gramm Zahnpasta. Dieser Fluoridgehalt ist auch gesetzlich geregelt. Bei Kindern droht bei dieser Menge jedoch eine Gefahr. 

Denn die Verträglichkeit von Fluorid wird mit dem Körpergewicht verrechnet. Umso weniger jemand also wiegt, desto weniger Fluorid darf er/ sie zu sich nehmen. Eine Faustregel besagt: 0 bis 40 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für einen Erwachsenen im Alter zwischen 19 und 65 ergibt das eine durchschnittliche Tagesdosis von 3,45 Milligramm. Da die maximale tägliche Fluoridmenge bei Kindern geringer liegt, muss man hier vorsichtig sein. Sie können sich schon getrost die Zähne putzen. Brenzlig wird es jedoch, wenn Ihre Kinder auf die Idee kommen die Zahnpasta zu essen, weil sie so lecker ist. 

Um einer zu hohen Fluorid-Dosis bei Kindern entgegenzuwirken, kann man den sogenannten Fluoridstatus bestimmen. Dafür muss man den Fluoridgehalt des Trink- und Mineralwassers in Erfahrung bringen. Auch sonstige Mittel wie Milch, Salz, etc., die täglich aufgenommen werden, sollten auf den Fluoridgehalt geprüft werden. Somit weiß man nun, wie viel Fluorid das eigene Kind ungefähr täglich zu sich nimmt. Als Nächstes bestimmt man, wie viel Fluorid Ihr Kind zu sich nehmen darf. Aus der Differenz der täglichen Einnahme und der maximalen täglichen Einnahme, weiß man nun, wie viel das eigene Kind noch maximal zu sich nehmen darf. Eventuell sollte man vermeidbare Einnahmen wie die durch Zahncreme vermeiden, da es hier im Gegensatz zu anderen Stoffen Alternativen gibt. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie zumindest auf fluoridärmere Zahnpasta zurückgreifen. 

Noch aus einem weiteren Grund sollte man bei Kindern vorsichtig mit Fluorid-Zahnpasten sein: Milchzähne reagieren besonders empfindlich auf eine zu hohe Fluoridzufuhr. Sie kann zu einer Fluorose führen, die sich durch weiße Flecken auf den bleibenden Zähnen bemerkbar macht. Um dem vorzubeugen, ist der Fluoridanteil bei Kinderzahnpasta gesetzlich auf 0,05% beschränkt.

Hier geht’s zu unserer fluoridfreien Kinder-Zahncreme

 

Und wie sieht es mit Schwangeren (und Fluorid-Zahnpasta) aus?

Die Frage ist etwas schwieriger zu beantworten. Einerseits raten manche Expert*innen wie Prof. Schatz von der Universität Bochum dazu, den Fluoridkonsum in der Schwangerschaft auf ein Minimum zu reduzieren. 

Andererseits wird der Mundraum in der Schwangerschaft stark belastet, weshalb eine fluoridhaltige Zahncreme von der Schulmedizin meistens empfohlen wird. Das ist unter anderem auf die hormonelle Umstellung zurückzuführen, die eine Auflockerung des Bindegewebes verursacht. Hiervon ist auch das Zahnfleisch betroffen, wodurch sich dieses schneller entzünden kann. Außerdem haben viele Frauen in der Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Die Magensäure greift den Zahnschmelz an, schwächt ihn und macht ihn anfälliger für Karies.



4. Wann und woher weiß ich, dass ich zu viel Fluorid zu mir genommen habe?

Bei folgenden Symptomen sollten sie aufhorchen und einen Arzt aufsuchen, um eine Fluorid-Überdosis ausschließen zu können: Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Diese Symptome haben damit zu tun, dass sich bei einer akuten Fluoridvergiftung schwer lösliche Fluoridverbindungen zusammen mit der Magensäure hochgiftigen Fluorwasserstoff bilden. Dieser greift nun die Magen- und Darmschleimhäute an. Es können aber auch nervliche Probleme wie Kribbeln oder ein pelziges Gefühl auf der Zunge auftauchen.

5. Was ist das Schlimmste, was bei einer zu hohen Einnahme von Fluorid passieren kann?

Trinkwasser 1-4mg Fluorid pro Liter zu sich genommen haben. Als Reaktion auf die hohe Fluoridmenge kommt es zur sogenannten Knochenfluorose. Die Knochen weisen dabei zwar eine wunderbar hohe Knochendichte auf, doch sind so verhärtet und dicht, dass ihnen ihre naturgemäße Elastizität verloren geht, woraufhin sie immer brüchiger werden. Im Extremfall versteifen sich im Verlauf der Knochenfluorose auch die Gelenke samt der Wirbelsäule. Doch sowas kann Deutschland und der ganzen EU nicht passieren, da unser Trinkwasser und sonstige Stoffe, die Fluorid enthalten, einer strengen Kontrolle unterliegen.

6. Brauchen wir Fluorid nun oder nicht?

Diese Frage ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten. Wir sehen uns als Aufklärer in der Sache. Entscheiden zu welcher Zahnpasta ihr morgens greift, müsst ihr selbst. Deshalb bieten wir beides an (die Fluorid-Zahncreme erkennt ihr an dem weißen Streifen).

Sicherlich gibt es Menschen, die von Natur aus zu einer übermäßiges Produktion von Kariesbakterien tendieren und die mit einer Fluorid-Zahnpasta wahrscheinlich am besten aufgehoben sind. Grundsätzlich kommt das aber selten vor. 

Wir wissen, dass es viele Fluorid-Anhänger*innen und auch Gegner*innen gibt. Uns ist aber auch bewusst, dass die meisten Menschen ein sehr gutes Gespür dafür haben, was sie ihrem Körper zuführen möchten, sobald sie denn man aufgeklärt wurden.

Hier deshalb nochmal ein paar zusammenfassende Stichpunkte, die euch bei der Entscheidung helfen:

  • Kokosöl wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und sorgt für eine ausgeglichene Bakterienbalance
  • Fluorid dient dem Zahnschmelz als Schutzschicht
  • Calciumcarbonate helfen auch bei der Remineralisierung des Zahnschmelzes
  • die meisten synthetischen Zahnpasten bestehen bis zu 80-90 % aus Wasser und enthalten oftmals scharfmachende Schaumbildner (SLS)
  • das brennende Gefühl einer synthetischen Zahnpasta wird oftmals mit Frische verwechselt
  • Zahncremes können auch Titandioxid enthalten - das macht die Zahncremes strahlend weiß und soll den Eindruck vermitteln, dass eure Zähne auch weiß werden (optisches Marketing)
  • Xylitol ist ein Zucker, der aussieht wie ein Kohlenhydrat, aber keiner ist - die Bakterien können ihn nicht verstoffwechseln und sterben in Folge dessen (gut für unsere Zähne)

Vier Niyok Zahnpasten aus Kokosöl

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